Durchflusssensoren von EMST

Mit der neu entwickelten Ensinger Microsystems Technology (EMST) denken wir die Herstellung von Durchflusssensoren neu. EMST ermöglicht die Fertigung PEEK-basierter Sensorelemente, was eine vielversprechende Alternative zu klassischen Substraten darstellt und den Sensor für verschiedene Anwendungen nutzbar macht. Zusammen mit unserem Partner Hahn Schickard (Hahn Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.) haben wir einen thermischen Strömungssensor auf PEEK-Basis mit Richtungserkennung entwickelt, der aus einem Heizelement und zwei Temperatursensoren besteht. Dabei setzen wir auf vorteilhafte Materialeigenschaften, funktionalisierbare Substrate und bisher ungeahnte Möglichkeiten der Integration und Individualisierbarkeit.

Revolutionäre Fertigungstechnologie: PEEK-basierte Durchflusssensoren

Strömungssensoren werden in der Regel auf klassischen Substraten wie Keramik oder Silizium hergestellt, insbesondere für Anwendungen, die lithographische Verfahrenstechniken erfordern. Für flexible Sensoren, z. B. Temperatursensoren oder thermische Strömungssensoren, werden teilweise auch Substrate auf Polymerbasis eingesetzt, die einige Vorteile hinsichtlich der Wärmekapazität bzw. Wärmeleitfähigkeit sowie der elektrischen Isolation bieten. Bisher eingesetzte Polymerlösungen weisen jedoch Nachteile in der chemischen und thermischen Beständigkeit auf, weshalb sie den intensiven lithographischen Prozessen klassischer Anwendungen oft nicht standhalten können.

Hier bietet EMST einen völlig neuen Ansatz. Durch den Einsatz des in-house gefertigten Hochleistungskunststoffs TECACOMP PEEK LDS verbinden wir erstmals die vorteilhaften chemischen und thermischen Eigenschaften des Hochleistungskunststoffs mit unserer neu entwickelten Fertigungstechnologie. Unser PEEK-basierter Wafer TECAWAFER PEEK LDS ermöglicht so die Herstellung leistungsfähiger und vielseitiger thermischer Strömungssensoren ohne Reinraumumgebung - effizient, flexibel und kundenspezifisch anpassbar auch bei kleinen Stückzahlen. 
Generell zeichnet sich PEEK im Vergleich zu keramischen oder siliziumbasierten Substraten durch eine geringere Wärmeleitfähigkeit aus. Dies verbessert die Empfindlichkeit des Sensors. TECAWAFER PEEK LDS bietet aber noch weitere Vorteile: Die Funktionalisierbarkeit des Substrats ermöglicht die Herstellung maßgeschneiderter Lösungen. Die Beschichtungen, die über die traditionellen Optionen wie Gold, Nickel und Kupfer hinausgehen, erweitern die Funktionalisierung-Möglichkeiten und schaffen völlig neue Lösungen für die Hersteller von Durchflusssensoren. Im Bereich der Integration bietet unsere PEEK-basierte Lösung flexible Formgebungsmöglichkeiten, um kundenspezifische Durchflussensoren nahtlos in die spezifischen Anforderungen der Anwendung zu integrieren. Unsere Technologie ermöglicht eine beispiellose Individualisierung von Mikrosystemen, indem sie einzigartige Funktionen, Formen und Stückzahlen ermöglicht – selbst bei kleinen Stückzahlen. So können wir Funktionen, Formen, Mengen und Größen genau an Ihre spezifischen Anforderungen anpassen.

Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Kompetenzen mit unserem Partner Hahn-Schickard gebündelt, um einen thermischen Strömungssensor auf Basis von TECACOMP PEEK LDS zu entwickeln und zu fertigen.

Funktionalisierung

Integration

Individualisierung


Präzise Durchflussmessungen: Thermischer Durchflusssensor von Hahn Schickard & EMST

Die Entwicklung des thermischen Durchflusssensors auf PEEK-Basis mit Hilfe der EMST bietet eine vielversprechende Lösung für präzise Durchflussmessungen. Mit einem kompakten Sensorelement, das einen zentrierten Heizer und zwei Temperatursensoren enthält, wird eine genaue Erfassung der Strömungsrichtung und des Durchflusses ermöglicht. Die Verwendung hochwertiger Materialien wie Nickelchrom für den Heizer und Nickel für die Sensoren sowie präzise Fertigungstechniken wie CNC-Fräsen und das LPKF-LDS-Verfahren gewährleisten eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Sensors.
Die Vervielfachung des Layouts auf einem Wafer ermöglicht eine effiziente Massenproduktion und damit eine kosteneffektive Herstellung des Sensors im Vergleich zu klassischen Substratlösungen. Die anschließende Charakterisierung des Sensors zeigt ein gutes Ansprechverhalten auf unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten und bestätigt seine Eignung für Anwendungen im Messbereich von 0 bis 3 bar.

Insgesamt stellt die Entwicklung dieses thermischen Durchflusssensors einen bedeutenden Fortschritt dar, der sowohl in der Forschung als auch in der Industrie vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bietet und zu einer präziseren und effizienteren Durchflussmessung beiträgt.


Prozesskette des Durchflusssensors

Die Prozesskette beginnt mit der Entwicklung des Sensorelements basierend auf dem FS02™ der IST AG, das einen zentrierten Heizer und zwei Temperatursensoren zur Bestimmung von Strömungsrichtung und Durchfluss enthält. Anschließend wird das Layout des thermischen Durchflusssensors mit Wafer-basiertem EMST vervielfacht, um 174 Elemente auf einem Wafer zu integrieren. Die weitere Bearbeitung umfasst die Herstellung hochpräziser Form-Inlays, die Strukturierung von Leiterbahnen und die Beschichtung der Sensor- und Heizelemente. Nach chemisch-mechanischem Polieren und Trennen der Sensorelemente wird das Durchflusssensorelement an eine Auswerteplatine kontaktiert und ausgewertet, wobei erste Messungen die Funktionalität des Sensors im Messbereich von 0 bis 3 Bar bestätigen konnten.
Die LDS-Strukturen des Durchflusssensors wurden mit dem LPKF-LDS-Verfahren hergestellt. Dabei wurden thermoplastische Trägermaterialien mit laseraktivierbaren Additiven verwendet. Ein im Nanosekundenbereich gepulster IR-Laser strukturierte das Trägermaterial selektiv, wobei Leiterbahnen und VIAs erzeugt wurden. Anschließend wurde das Substrat in einen stromlosen Cu-Elektrolyten getaucht, um elektrolytisches Kupfer in den laserdirektstrukturierten Bereichen zu bilden.

Funktionale Sensoren für industrielle Anwendungen

Die Entwicklung von funktionalen Sensoren für industrielle Anwendungen, wie der hier beschriebene thermische Strömungssensor, zeigt das Potenzial von EMST für MEMS-Technologien in der Industrie. Durch die Integration hochwertiger Materialien, präziser Fertigungstechniken und innovativer Beschichtungsverfahren entstehen Sensoren mit hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Diese Sensoren bieten nicht nur eine präzise Erfassung von Strömungsrichtung und Durchfluss, sondern ermöglichen auch eine effiziente Integration in industrielle Systeme, was zu einer verbesserten Überwachung und Steuerung von Prozessen führt.

"Bei Ensinger Microsystems Technology kombinieren wir innovative Materialien, präzise Fertigung und intelligente Technologien, um leistungsstarke Systeme zu entwickeln, die die Industrie voranbringen".

Dr. Sebastian Bengsch, Erfinder und Start Up Lead EMST


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