Emissionen senken, Ressourcen effizienter nutzen

Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und die Reduktion von Umweltbelastungen sind Teil der Nachhaltigkeitsarbeit von Ensinger. Die Geschäftsleitung und der Beirat befassen sich regelmäßig mit wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen, legen Ziele fest und überprüfen die Umsetzung von Maßnahmen. Im Vordergrund steht die kontinuierliche Reduktion des CO2eq-Fußabdrucks an unseren Standorten in Europa, Asien und den USA. Wichtige Voraussetzung dafür bilden eine ausgefeilte Steuerung des Energieverbrauchs und der Bezug von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen. Für Prozesse mit fossilen Brennstoffen prüfen wir Umstellungsoptionen im Rahmen von Wärmestudien. Stand und Zeithorizont siehe Reduktionsziele im Nachhaltigkeitsbericht.

Die Tätigkeiten eines Unternehmens führen darüber hinaus zu weiteren Umweltbelastungen, die in der Ökobilanzierung festgehalten werden. 


Energiemanagement

Wir streben an, den Energiebedarf aller Standorte zu senken. Das Energiemanagement an den deutschen Standorten der GmbH ist nach ISO 50001 zertifiziert. Auf seiner Basis werden Verbräuche aufgezeichnet und Schwerpunkte für Einsparmaßnahmen abgeleitet. Sogenannte „Energieteams“ arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen. So konnte im Geschäftsjahr 2025/26 1,64 GWh Energie eingespart werden, was rund 3,5 % des Verbrauchs der einbezogenen Standorte und betrachteten Bereiche entspricht. Die Maßnahmen sind sehr vielfältig und reichen vom Einsatz neuer verbrauchssparender Technologien über die Kontrolle von Druckluft-Leckagen bis hin zur präzisen Regelung der Verbraucher in Abhängigkeit vom Lastgrad.  

Reduktion klimaschädlicher Emissionen

Die Reduktion der direkten und indirekten Emissionen an Treibhausgasen steht im Zentrum der Klimaziele des Unternehmens. Maßgabe sind dabei die Pariser Klimaziele. Wir wollen die Emissionen aus Scope 1, 2 und 3 bis 2031 um 45 % gegenüber dem Basisjahr 2022 senken (absolut). Bis zum Geschäftsjahr 2041 verpflichtet sich Ensinger, die absoluten Treibhausgasemissionen aus Scope 1 und Scope 2 um 90 % gegenüber dem Basisjahr Geschäftsjahr 2022 zu senken. Bis zum Geschäftsjahr 2046 sollen die absoluten Scope-3-Emissionen aus den von den SBTi-Zielen erfassten Kategorien ebenfalls um 90 % gegenüber dem Basisjahr Geschäftsjahr 2022 sinken. Ensinger verpflichtet sich zudem, bis FY2046 Netto-Null-Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette zu erreichen.
  • Die Emissionen von Treibhausgasen (THG) des Unternehmens werden bereits seit dem Jahr 2021 für die deutschen Werke, und seit dem Jahr 2022 für alle Standorte weltweit systematisch erfasst und ausgewertet. Bilanziert wird nach dem Standard des Greenhouse Gas Protocols (GHG). Ausgewiesen werden die Emissionen nach Bereichen ihrer Herkunft, den sogenannten Scopes, 1-3. 

    Unter Scope 1 fallen dabei Emissionen aus dem Betrieb von Anlagen des Unternehmens, für den fossile Brennstoffe benötigt werden. Scope 2 umfasst Emissionen, die für die Erzeugung von Elektrizität entstanden sind, die das Unternehmen bezogen hat. Scope 3 beinhaltet Emissionen, die als eine Folge von Aktivitäten des Unternehmens bei externen Akteuren entsteht, insbesondere aus dem Abbau, der Herstellung und Lieferung von Roh- und Hilfsstoffen sowie aus dem Transport der verkauften Produkte. 

    Abbildung: Ein Großteil der Treibhausgas-Emissionen des Unternehmens fallen bei der Herstellung und dem Transport der Rohwaren an, die bezogen werden (Hauptbestandteil Scope 3). Danach folgen Emissionen aus der Erzeugung der bezogenen Elektrizität (Scope 2) sowie aus Verbrennungsvorgängen auf Anlagen und in Fahrzeugen des Unternehmens (Scope 1).  

    Im Basisjahr (Geschäftsjahr 2022, „FY22“) lagen die THG-Emissionen der gesamten Ensinger-Gruppe bei rund 330.000 Tonnen CO2eq. Mehr als 90 % der Emissionen fallen entlang der Wertschöpfungskette an (Scope 3), vor allem bei der Herstellung von Roh- und Handelswaren.

    Die nachfolgende Grafik bildet die Emissionskategorien aus Scope 3 ohne Rohstoffe und Handelswaren sowie die Scopes 1 und 2 ab.  

    Abbildung: Emissionen der Gruppe ohne Rohstoffe und Handelswaren nach wichtigsten Verursachern

    Den größten Anteil an Emissionen ohne Berücksichtigung der bezogenen Rohstoffe und Handelswaren stammt aus der Erzeugung der bezogenen Elektrizität, insbesondere aus Kraftwerken auf Basis fossiler Energien (Scope 2), dem Transport von Waren, der Infrastruktur zur Erzeugung von Energie, dem Pendelverkehr der Mitarbeitenden, der Deponierung von Abfällen (alle Bestandteil Scope 3) sowie der Verbrennung fossiler Brennstoffe im Unternehmen für Prozesswärme, Heizung sowie dem Betrieb von Fahrzeugen (Scope 1).

  • Ensinger hat sich Reduktionsziele für Treibhausgase gesetzt, die die Science Based Targets initiative (SBTi) am 12. Dezember 2023 nach den SBTi-Kriterien (Version 5.0) validiert hat. Validiert sind sowohl die kurzfristigen Ziele als auch das Netto-Null-Ziel. Sowohl die Ziele als auch die gewählten Mittel sollen zielgerichtet und vertrauenswürdig sein. Vorgesehen ist, die Emissionen bis zum Jahre 2031 um 45 % für Scope 1 – 3 zu senken (Basisjahr 2022). Bis zum Jahre 2041 sollen die Emissionen für die Scopes 1 und 2 um über 90 % gesenkt werden.  
    Abbildung: Geplante Reduktion der Treibhausgas-Emissionen für Scope 1 bis 3, Ist-Ausstöße zum Vergleich.
    Kurzfristige Ziele (Near-Term Targets)
    Ensinger verpflichtet sich, die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2031 um 45 % gegenüber dem Basisjahr Geschäftsjahr 2022 zu senken. Ensinger verpflichtet sich außerdem, die absoluten Scope-3-Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen, brennstoff- und energiebezogenen Aktivitäten, vorgelagertem Transport und Distribution, Abfällen aus dem Betrieb, Geschäftsreisen und Mitarbeiterpendelverkehr im gleichen Zeitraum um 45 % zu senken.

    Langfristige Ziele (Long-Term Targets)
    Ensinger verpflichtet sich, die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2041 um 90 % gegenüber dem Basisjahr Geschäftsjahr 2022 zu senken. Ensinger verpflichtet sich außerdem, die absoluten Scope-3-Emissionen aus den oben genannten Kategorien bis zum Geschäftsjahr 2046 um 90 % gegenüber dem Basisjahr Geschäftsjahr 2022 zu senken.

    Netto-Null-Ziel (Net-Zero Target)
    Ensinger verpflichtet sich, bis zum Geschäftsjahr 2046 Netto-Null-Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette zu erreichen.
    Vorrang hat dabei die direkte Emissionsminderung im eigenen Unternehmen und in der Wertschöpfungskette.

    Gegenüber dem Basisjahr 2022 lagen die Emissionen der Ensinger Gruppe im Geschäftsjahr 2025/26 um 18 % (Scope 1+2) bzw. 20 % (Scope 3) niedriger. Ein Teil der Reduktion ist mengenbedingt.

Product Carbon Footprint (Produktfußabdruck) 

Der Product Carbon Footprint erfasst die Treibhausgasemissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor (cradle-to-gate). Bezugseinheit sind kg CO2eq pro kg Produkt.
Abbildung: Die Grafik zeigt das Aufkommen an Treibhausgasen über den gesamten Produktlebenszyklus von der „Wiege“ (crave), der Synthese des Polymers, bis zur Entsorgung (grave) am Beispiel eines Kilogramm Halbzeugs des Werkstoffs PET. Dabei beläuft sich der Anteil der entstandenen Emissionen durch Umformung des Rohmaterials durch Ensinger auf etwa 15 %. Der mit Abstand größte Anteil der Emissionen entsteht aus der Synthese (Polymerisation) des Werkstoffs. Von der Betrachtung ausgeschlossen ist die jeweils individuelle Nutzung des Materials durch den Verbraucher.  

ESPM Commitment - ein standardisierter Rahmen für Ökobilanzen

Für Halbzeuge wurden 2025 ein branchen-einheitlicher Standard zur Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) erarbeitet: 

Die Mitglieder der EPSM (Engineering Polymer Shapes for Machining Association, eine Sektorgruppe von EuPC) – Ensinger, Gehr, Licharz, Röchling und Zell Materials – haben sich zusammengeschlossen, um einen einheitlichen Rahmen für die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) von technischen Kunststoff-Halbzeugen zu schaffen. Dieses gemeinsame Engagement ist ein wichtiger Schritt zur Förderung von Umweltmaßnahmen für mehr Transparenz, Vergleichbarkeit und Verbindlichkeit in der gesamten Halbzeug-Branche. 
Ensinger weist für das Kunststoffhalbzeug-Portfolio produktindividuelle PCF-Statements aus. Die Berechnung erfolgt nach einem gemeinsamen Branchenstandard der Engineering Polymer Shapes for Machining Association, EPSM, mit Primärdaten aus der Produktion, qualitätsgesicherten Hintergrunddaten und nach DIN EN ISO 14040 ff. Die PCF-Statements sind auf den jeweiligen Produktseiten in kg CO2eq pro Kilogramm Halbzeug abrufbar.
Eine gemeinsame Berechnungsmethode verbessert die Vergleichbarkeit von CO2eq-Werten zwischen EPSM-Mitgliedern bezüglich Auswirkungen auf den Klimawandel.
Diese Initiative soll dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit technischer Kunststoffe in einer Welt zu stärken, die sich zunehmend mit der Bewertung und Reduktion von Emissionen beschäftigt.

Zusammenfassend haben sich die Mitglieder im Rahmen der EPSM-Initiative darauf geeinigt die folgenden vier Kategorien in der PCF-Berechnung zu berücksichtigen: Rohstoffe, Transport, Produktion und Verpackung. Hierzu wurden u.a. folgende Vereinbarungen getroffen: 
  • Es wurden Kriterien festgelegt, nach denen die Ökobilanzen der (von den Lieferanten bereitgestellten) Rohstoffe überprüft werden sollen. Zu den zu prüfenden Kriterien gehören:
    • Standard, nachdem der PCF berechnet wurde. z.B. ISO 14040/14044/14967
    • Methoden, die akzeptiert werden z.B. EF3.0 oder neuer
    • Datenquelle: Primärdaten z.B. standortspezifisch und Sekundärdaten nach anerkannten Datenbanken wie z.B. Ecoinvent v 3.9 oder neuer
    • Accounting Periode: z.B. nicht älter als 5 Jahre bei Primärdaten 
    • Systemgrenzen: cradle-to-gate – no significant cut-offs (<5%)
    • Functional Unit: 1 kg
    Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, darf der Wert verwendet werden. Wenn nicht alle Kriterien erfüllt oder bekannt sind, vereinbaren die Mitglieder, den Wert nicht zu verwenden. Stattdessen sollten Sekundärdaten aus etablierten Datenbanken (Ecoinvent, GaBi, PlasticsEurope) verwendet werden.
    • Best-Case-Szenario: Primärdaten von Logistikpartnern
    • Genauere Schätzung mit Hilfe anerkannter Transportrouten-Tools
    • Worst-Case-Schätzung - wenn keine Primärdaten verfügbar sind - Standardentfernungen, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission bereitgestellt werden
     
  • Es sind individuelle/reelle Standortdaten zu verwenden.
  • Für die Bilanzierung von Verpackungen haben wir uns auf die Anwendung eines Standardverfahrens geeinigt. Aber auch jede andere, spezifischere Bilanzierungsmethode kann angewandt werden und wird als die bevorzugte Option angesehen.
  • Recycling Material wird nach dem Cut-Off-Allkoationsansatz berechnet, der die Einhaltung der ISO 14040/14044 gewährleistet. Die Cut-Off-Methode ordnet die Umweltauswirkungen nur den Prozessen zu, die innerhalb des jeweiligen Lebenszyklus eines Produkts stattfinden. Bei diesem Ansatz werden keine Auswirkungen oder vermiedenen Auswirkungen jenseits der definierten Produktlebenszyklusgrenze berücksichtigt. Die Grenze zwischen den Lebenszyklen wird auf der Grundlage des niedrigsten Marktwerts des Materials gemäß dem internationalen System der Umweltproduktdeklarationen (EPD) festgelegt. Diese Grenze ist in der Regel der Punkt, bevor das Abfallmaterial für das Recycling gesammelt wird. Folglich werden die mit dem Recycling verbundenen Transport- und Wiederaufbereitungsvorgänge dem Produktsystem zugerechnet, in dem das recycelte Material verwendet wird, während die Belastungen aus dem vorherigen Produktsystem und die Belastungen im Zusammenhang mit der Behandlung des Produkts am Ende seines Lebenszyklus hier abgeschnitten werden.
  • Die Mitglieder verpflichten sich, die Vereinbarung und die relevanten Kriterien regelmäßig zu überprüfen, um dem dynamischen Charakter von Umweltbilanzen Rechnung zu tragen. Überprüfungen werden alle drei Jahre durchgeführt, beginnend mit dem Datum der offiziellen Verabschiedung dieses Verfahrens durch das Exekutivkomitee (ExCom), oder früher, wenn ein Mitglied bedeutende Aktualisierungen feststellt, die sofortiges Handeln erfordern. 
    Hinweis: Die aufgeführten Kriterien für die Durchführung von Ökobilanzen sind für alle Nicht-Mitglieder und Drittparteien kostenlos zugänglich. Die EPSM-Mitglieder haben die Kriterien für die Durchführung von Ökobilanzen entwickelt und vereinbart, ohne Einschränkungen vorzunehmen, die Nichtmitglieder daran hindern würden, sich an dieselben Kriterien zu halten.
Wir stellen Ihnen gerne Ausweise zur Verfügung und beraten Sie in allen Fragen der Werkstoffauswahl und Bauteiloptimierung.

Ökobilanz

Als einer der ersten Kunststoffverarbeiter hat Ensinger eine umfassende Bilanzierung aller Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten vorgenommen. Dabei werden Umweltbelastungen nach ihrer Art und Schwere quantitativ erfasst und vergleichend mit sogenannten Umweltbelastungspunkten gewichtet. Die Ergebnisse helfen dabei, Umwelteffekte über die Erderwärmung hinaus - Ausbeutung von Ressourcen, Verschmutzung von Böden und der Atemluft, Erzeugung gefährlicher Substanzen - zu analysieren und, wo möglich, Maßnahmen zu ergreifen.  

Ökobilanz, Jahr 2022 und 2023

*Others umfasst alle Kategorien mit weniger als 1% Anteil am Gesamtergebnis

Umweltaspekte, Jahr 2022 und 2023

*Others umfasst alle Kategorien mit weniger als 1% Anteil am Gesamtergebnis, Quelle: Ecoinvent v391

Abbildung: Ökobilanz des Unternehmens nach Verursacherkategorien (Life Cycle Assessment, links) sowie Arten der Umweltbelastung (Environmental Aspects, rechts). Wichtige Verursacher sind die Erzeugung der Rohstoffe und Handelsprodukte, der Bezug von Elektrizität sowie der Transport der Waren. Wichtige Umweltbelastungen sind der Treibhauseffekt sowie die Verschmutzung von Atmosphäre und Böden mit Schwermetallen und Feinstaub.   

Erste Verbesserungen betreffen die reduzierte Umweltbelastung durch den Bezug von Elektrizität aus erneuerbaren Energien und den geplanten Ersatz von Hilfsstoffen, die knappe seltene Erden enthalten.